Montag, 7. Juli 2014

Der Autor - Max Frisch


15.05.1911 wurde Max Frisch in Zürich geboren. Sohn von Franz Bruno Frisch (1871-1932) Architekt und Karolina Bettina Frisch, geb. Wildermuth (1875-1966). Max beginnt sein Germanistikstudium 1930 in Zürich, lernt dort seine Jugendliebe Käte Rubensohn kennen. 1934 veröffentlicht er sein erstes Buch „Jürgen Reinhard. Eine sommerliche Schicksalsfahrt“. Im selben Jahr bricht er sein Germanistikstudium ab um 1936 ein Architekturstudium an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich zu beginnen. 1938 endet die Beziehung zu Käte. Mit Kriegsbeginn 1939 bis 1945 leistet er Dienst als Kanonier. Im gleichen Jahr erhält er ein Stipendium der Conrad Ferdinand Meyer Stiftung. 1941 beginnt die Freundschaft zu einer ehemaligen Studienkollegin Gertrud Constance von Meyenburg. Max wird im selben Jahr im Architektenbüro seines ehemaligen Professors William Dunkel eingestellt. Mit seinem Projekt, Bau des Freibads Letzigraben Zürich erhält er seinen ersten Architekturpreis und gründet sein eigenes Architekturbüro. 1942 heiratet er Gertrud. In den zwei darauffolgenden Jahren wird er Vater von einer Tochter, Ursula und eines Sohns, Hans Peter. Auf Anregung von Kurt Hirschfeld, Dramaturg am Zürcher Schauspielhaus wendet sich Max Frisch 1944 dem Stückeschreiben. Seine erste Romanze „Santa Cruz“ entsteht in wenigen Wochen, für dieses Stück erhät er den Dramenpreis von der Welti-Stiftung. Von 1946-1948 bekommt er gefallen am Reisen. Er reist unteranderem nach Deutschland, Italien, Prag und Warschau.1949 kam sein drittes Kind, seine Tochter Charlotte zur Welt. Als Stipendiat verbringt er zwei Jahre an der Rockefeller-Stiftung in den USA. Daraufhin reist er nach Mexiko und arbeitet dort an den Stücken „Don Juan“ und „Stiller“ erschien 1954. Im selben Jahr trenn sich Frisch von seiner Familie. Er kauft sich eine Wohnung in Männedorf am Zürichsee und verkauft sein Architekturbüro. 1956 unternimmt er eine Weltreise nach Mexiko und Kuba. 1957 veröffentlicht er „Homo faber“. 1958 macht Frisch Bekanntschaft mit Ingelborg Bachmann. Daraufhin lässt er sich von seiner Frau Gertrud Frisch- von Meyenburg scheiden und erkrankt im selben Jahr an einer schweren Hepatitis Erkrankung. Max und seine neue Bekanntschaft Ingelborg leben von 1960 bis 1965 gemeinsam in Rom.1961 wird ein weiteres Stück „Andorra“ am Schauspielhaus Zürich aufgeführt. 1962 erhält er zwei Preise, den große Kunstpreis der Stadt Düsseldorf den Preis der jungen Generation und den Ehrendoktor der Universität Marburg. In Rom lernt er mit 51. Jahren die 20. Jährige Studentin kennen mit der er in den folgenden Jahren zusammenlebt und sie dann 1968 zur Frau nimmt. 1970 reist er ein weiteres Mal in die USA und besucht mit seinem Verleger Siegfried Unsfeld das weiße Haus. Zu seinem 65. Geburtstag 1976 erscheinen Max Frischs „Gesamte Werke in zeitlicher Folge“. 1983 zieht er wieder in seine Heimatstadt Zürich um sich dort niederzulassen. Zu seinem 75. Geburtstag erscheinen seine „Gesamten Werke“ als Jubiläumsausgabe. 1987 erhält er den Ehrendoktor der Technischen Universität Berlin. 1990 erfährt Frisch von seiner Krebserkrankung und verstirbt letztlich am 04.04.1991 in seiner Wohnung in Zürich.

Quellen: http://de.wikipedia.org/wiki/Homo_faber_(Roman)#Entstehungsgeschichte, http://www.mfa.ethz.ch/de/max-frisch/biografie/1976-1991.html

Sprache und Stil des Romans

Alltagssprache:

Während des ganzen Romans sind die Sätze verkürzt. Dabei fällt meistens das Prädikat ganz weg und viele Sätze sind unvollständig (Ellipse). Dies geschieht oft durch Gedankenstriche. Dies ist oft der Fall, wenn Faber etwas nicht beurteilen kann oder will. Durch diesen „Tagebuchcharakter“ wird deutlich, dass der fiktive Schreiber Walter Faber sich eigentlich nur Notizen gemacht hat, die nicht für jeden bestimmt sind. Außerdem wird die gesprochene Sprache verwendet, um zu verdeutlichen, dass alles erklärbar und wie „üblich“ (S. 7) ist. Oft ist er auch „zynisch“ (S. 113), unbeeindruckt und respektlos. Ebenso verwendet er sehr oft Ausdrücke der Jugendsprache. Dadurch wird die Hauptfigur Walter Faber beschrieben, der zugleich der Erzähler des Berichtes ist. Es wird deutlich, dass die poetische Sprache verachtet wird und die Wahrnehmung der Wirklichkeit verzerrt ist. So gelang Max Frisch ein sprachliches Kunstwerk.

Internationalität der Sprache:

Der Bericht ist in Deutsch verfasst, aber Max Frisch verwendet auch noch die französische, spanische und vor allem die englische Sprache, z.B. schaut er Television“ (S. 64) oder nimmt einen „Drink“ (S.11). Aber auch Ivy redet immer nur in Englisch. Dies ist nachvollziehbar, da Walter Faber in New York lebt und auch bei seiner Arbeit viel englisch sprechen muss, da sie schon in den Fünfzigerjahren eine internationale Sprache war. Eine „Sprache“ ist ein wichtiges Medium der Selbsterkenntnis und da er sehr oft schwankt, wird wieder deutlich, dass ihm die Voraussetzungen der Selbstkenntnis fehlen.

Satzbau:

Besonders auffällig ist, dass der Bericht oft nur sehr flüchtig erzählt wird: Attribute werden nachträglich eingefügt, z.B. „Abende lang hockten sie in ihren weißen Strohhüten auf der Erde, reglos wie Pilze, zufrieden ohne Licht, still.“ (S. 38) Dadurch bekommt man den Eindruck, dass Walter einfach, ohne sich Gedanken über den folgenden Satz zu machen, mit dem Schreiben beginnt und sich im Anschluss nicht die Mühe macht, ihn zu verbessern. Gleichzeitig scheint es jedoch, als bemühe er sich um Präzision.

Dialoge:

Es kommen nur sehr wenige und kurze Dialoge vor. Oft werden dabei die Dialoge wegen Einschüben für irgendwelche Äußerungen unterbrochen oder teilweise in der indirekten Rede geschildert. Da er am liebsten allein lebt, kommt es zu wenigen Kommunikationen mit seinen Mitmenschen. Oft reden sein Gesprächspartner und er aneinander vorbei, da er sich den anderen gegenüber nicht öffnen kann und ihnen auch nicht mitteilt, worum es ihm geht. Aber es kommt auch vor, dass er das Gespräch sucht, aber es, z.B. wie von Hanna, verweigert wird. Der Grund hierfür ist, dass er für sie „stockblind“ (S. 144)

Exaktheit:

Da er alles genau mit Zeit- und Ortsangabe dokumentiert, ist es erstaunlich, dass er kaum näherbeschreibende Adjektive verwendet. Er will das Grundsätzliche herausarbeiten und verwendet deshalb nur Adjektive, um das Material durch Farbe, Form und Ausmaß eines Gegenstandes zu beschreiben oder gibt gleich den Firmen bzw. Markennamen oder das Modell, z.B. des Flugzeugs, an.

Verneinung:

Falls etwas für Walter zu gefährlich wird, dann verneint oder leugnet er diese Gedanken und Gefühle. Oft stellt er sich auch als Nicht-Wissender hin, um keine Erklärung für seine Merkwürdigkeiten zu brauchen.

Unpersönlichkeit:

Der Text wird normalerweise in der Ich-Form erzählt. Doch wenn es um den Gefühlsbereich und Probleme, die nicht verarbeitet werden können, geht, spricht er mit unpersönlichen Formen wie „man“ oder durch die Pluralform. Dies kommt besonders häufig vor, wenn er über Frauen redet.

Vergleiche:

Es kommen auch Vergleiche vor, da es ihm nicht gelingt den irrationalen Teil zu verdrängen. Sie sollen die irrationale Grundhaltung zum Ausdruck bringen. Manchmal gelingt es ihm auch, durch Verfremdung der Natur sie ins Technische zu ziehen.

Bildersprache:

Als er sich in Cuba befindet, ist er ganz entfernt von der technischen Sprache. Er verwendet poetische Vergleiche. Durch diesen neuen Stil merkt man, dass er sich verändert hat, indem er sich der Natur geöffnet hat und sich dem Leben zuwendet, obwohl er dem Tode schon nahe ist.

Quellen
Primärliteratur:  Homo Faber. Ein Bericht. Max Frisch. Suhrkamp Verlag, 1999, Eisenbeis, Manfred: „Max Frisch: Homo faber“, Lektürehilfen, Klett, Stuttgart 2006

Charakterisierung Elisabeth Piper


Sie ist zwanzig Jahre alt und das gemeinsame Kind von Walter und Hanna. Walter nennt sie „Sabeth“ und Hannah „Elsbeth“. Sie ist Deutsche und glaubt, dass Joachim Hencke ihr Vater ist. Sie wurde hauptsächlich von ihrer Mutter erzogen und geprägt. Sie hat an der amerikanischen Universität in Yale für ein halbes Jahr studiert und als sie auf dem Weg nach Athen zu ihrer Mutter ist, begegnet sie ihren Vater.

Sie ist recht groß, hat wassergraue Augen und rötlich blonde Haare, die sie meistens
als „Rossschwanz“ (S. 69) trägt. Außerdem trägt sie oft eine „schwarze Cowboy-Hose“ (S. 70). hre Interessen sind sehr vielfältig und immer offen für Neues. Auf dem Schiff spieltsie meistes Tischtennis, liest oder tanzt am Abend. Sie hat wenig Geld und ist eine Kettenraucherin, deshalb ist sie sehr dankbar über die Großzügigkeit von Walter: „Sie war froh um unser Wiedersehen, schien mir, wegen der Zigaretten, sie war bankrott“ (S. 100). Trotzdem strahlt sie eine sehr große Lebensfreude aus und kann sich an einfachen Dingen erfreuen.

Außerdem ist sie ein sehr intelligentes Mädchen und zugleich eine attraktive junge Frau. Sie könnte sich vorstellen einmal Stewardess zu werden. Da sie trotzdem ein sehr naives Kind ist, wird bei Walter der Beschützerinstinkt geweckt. Er möchte nicht, dass sie Stewardess wird und ganz alleine per Auto-Stop bis nach Athen reist. Deshalb beschließt er sie zu begleiten. Viele ihrer Gesten erinnern Walter an Hanna, wie z.B. das Rümpfen ihrer Augenbrauen. Sie ist auch genauso von der Kunst und anderen Kulturen begeistert wie ihre Mutter.